Von der Schwierigkeit, Frauen zu begeistern

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Genau 100 Jahre ist es her, dass Frauen in Deutschland erstmal wählen und gewählt werden konnten: Am 19. Januar 1919 fanden allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlen zur verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung statt. 300 Frauen kandidierten.

37 Frauen – insgesamt gab es 423 Abgeordnete – wurden schließlich gewählt. Auch wenn die Wählerinnen in ihrer Mehrzahl den konservativen Parteien ihre Stimme gaben, waren die meisten weiblichen Abgeordneten doch in den Reihen der SPD zu finden.

Heute wird das höchste parlamentarische Amt in Brandenburg ebenfalls von einer SPD-Frau bekleidet. Darauf sind auch die Sozialdemokraten im Barnim stolz, denn Britta Stark ist zugleich die gewählte Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis 14, zu dem neben der Stadt Bernau auch die Gemeinde Panketal gehört. Frauen sind in der regionalen SPD gut vertreten. So werden die Fraktionen in der Gemeindevertretung Panketal und der  Bernauer Stadtverordnetenversammlung von Sozialdemokratinnen geführt.

„Trotzdem“, so Britta Stark, „ könnten wir gerade auf kommunaler Ebene mehr engagierte  Frauen brauchen.“ Die haben in der SPD eigentlich gute Karten. „So es die Frauen wirklich wollen, führen sie unsere Listen bei den Kommunalwahlen auch an.  Allerdings ist das mit dem Wollen manchmal so eine Sache“, bemerkt Britta Stark kritisch.  „Erst jüngst,  bei der Aufstellung unserer Liste zur Barnimer Kreistagswahl hat leider keine der  Frauen  „hier“ gerufen, sondern den Männern die vorderen Listenplätze überlassen. Das lag sicher auch daran, dass keine Frau wirklich bereit war, einen der Spitzenplätze für sich zu reklamieren. Anderenfalls hätte es, da bin ich mir ziemlich sicher,  breite Unterstützung für Frauen-Power gegeben. Es lag also nicht daran, dass die Frauen in die 2. Reihe verbannt wurden, sie haben sich vielmehr selbst dorthin gestellt.“

Bei den Wahlen zur Bernauer Stadtverordnetenversammlung dürfte das aber schon ganz anders aussehen. Nicht nur im  Vorstand des SPD-Ortsvereins der Hussitenstadt geben Frauen den Ton an. Auch die  SPD-Listen der beiden Bernauer Wahlkreise sollen wieder von Frauen angeführt und dann paritätisch weiblich und männlich besetzt werden.

„Das“, so Britta Stark, „würde 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts eigentlich auch anderen Parteien und Wählervereinigungen gut zu Gesicht stehen.“